20. Immobilienmesse: Von Beginn an großer Besucherandrang

Bauen oder kaufen? Den guten Rat gibt es erst einmal umsonst!

21.03.2023
Nachhaltig bauen, Energie sparen: Das sind die großen Themen auf der 20. Immobilienmesse Franken am Wochenende in der Bamberger Brose-Arena.
Foto: Werner Baier
von Werner Baier

Bamberg. Vor der Öffnung des Eingangsportals am Samstagmorgen schon eine Besucherschlange: Die 20. Immobilienmesse Franken, die am letzten Januar-Wochenende in der Brose-Arena stattfindet, war erneut ein Publikumsmagnet. An gut 100 Ständen waren um die 120 Aussteller präsent.

Auch wenn zur Zeit die Baukredite wieder etwas teurer geworden und die Baupreise aus verschiedenen Gründen gestiegen sind, erfreut sich die Bauwirtschaft mit allen dazugehörenden Branchen – von Architekten bis über die Makler bis zu den Versicherungen – einer regen Nachfrage. So wie der Mensch essen und trinken muss, so notwendig oder erstrebenswert sind für ihn auch die – möglichst eigenen – vier Wände.

Holz- und Kohleöfen erleben seit Jahren eine Renaissance: Sie helfen vor allem in der “Übergangszeit”.

Alte und neue Technik

Und selbst wer sich gerade nicht mit Bauplänen trägt, findet auf der in Franken ihresgleichen suchenden Immobilienmesse an der Forchheimer Straße in Bamberg viele Anregungen, sein Eigenheim – ob nun Haus oder Wohnung- zu verschönern, zu verbessern, günstiger mit Energie zu versorgen. Klar, dass in einer Zeit der hochpreisigen und knappen Heizenergie ein breites Informationsangebot zu moderner Technik vorhanden ist: Das reicht von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern und Wärmepumpen bis hin zu effizienten Feststoffbrennöfen für die Zentralheizung oder die Einzelraumerwärmung, um in der Übergangszeit den großen Heizkessel im Keller kalt lassen zu können. Daneben spielt aber auch eine zeitgemäße Wärmedämmung eine Rolle und die beginnt oft mit dem Austausch der Fenster, die oft noch beklagenswerte Kältebrücken aus einer Zeit sind, da der Liter Heizöl um “a Zehnerla” gekostet hat – zehn Deutsche Pfennige.

Energie aus der Sonne gewinnen: Der Dauerbrenner am Firmament liefert Strom und Wärme.

Einzigartiges Informationsangebot

Dem Messeteam um Steffen Marx ist es wiederum gelungen, ein großartiges Informationsangebot rund ums Bauen und Wohnen, Kaufen und Schützen zusammenzustellen. Und das wurde bei der Eröffnung ausdrücklich von den beiden Schirmherren, Oberbürgermeister Andreas Starke und Landrat Johann Kalb sowie vom Mitveranstalter Wolfgang Heyder gewürdigt. Aber auch der Hauptsponsor Johannes Arndt von “Polarlifehaus” strahlte angesichts des vollen Hauses. Arndt äußerte nur die Hoffnung, dass die vielen Besucher nicht bloß kommen, um Kugelschreiber einzusammeln, sondern auch die Zeit mitbringen, sich da und dort auf interessante Gespräche mit den Anbietern einzulassen. Oberbürgermeister Starke warb besonders um Interesse an den modernen Systemen zur energetischen Sanierung und Energie-Einsparung.

Steffen Marx vom Messeteam und Hauptsponsor Johannes Arndt hießen die Ehrengäste sowie die zahlreichen Besucher der Immobilienmesse herzlich willkommen.

Landrat Kalb veranschaulichte an Hand einiger Zahlen die Bedeutung der Bauwirtschaft in der Region. Allein im Landkreis Bamberg seien nach Informationen des Landratsamtes im vorigen Jahr 87,9 Millionen Euro in gewerbliche Baumaßnahmen investiert worden. Das Auftragsvolumen im privaten Wohnungsbau dürfte sich bei 187 Millionen Euro bewegt haben. Die öffentlichen Auftraggeber waren ebenfalls gut dabei: In kreiseigene Baumaßnahmen flossen 13,35 Mio. Euro, dazu kamen 5,1 Mio. Euro Ausgaben des Landkreises für Gesellschaften und Zweckverbände. Und die Landkreisgemeinden verbauten im Vorjahr an die 160 Millionen Euro.

Holzhäuser aus Blockbohlen gefertigt: Selbst in den Polregionen von Norwegen bis Sibirien sind sie beliebt.

Nachhaltig mit Holz gebaut

Der “Bamberger Zwiebeltreter” unternahm am Samstag einen Messe-Rundgang querbeet. Und staunte nicht schlecht, was da im Schatten der grellen Messtände zahlreicher renommierter Fertighaushersteller und Bauunternehmen sonst noch erblühte. Auffallend die starke Präsenz der Unternehmen, die Holzhäuser fertigen. Die Vorbereitung geschieht in der Regel in den Werkhallen. Auf das Fundament fertig gebaut sind Holzhäuser häufig schon in zwei Tagen. Und dann gibt’s da hinsichtlich des baldigen Einzugs kein Problem: In Holzhäusern steckt kein Wasser, das erst noch verdunsten müsste. Außer, man hat ein Fundament aus Beton legen lassen, aber selbst das könne heute vermieden werden, ist zu erfahren. Überhaupt sei das unvergleichliche Raumklima der entscheidende Faktor beim Haus aus dem nachwachsenden Rohstoff. Hinzu kommt die gute Wärmeisolierung. Die Wände mit einem Lehmverputz verkleidet: Am Ende seien nur die Fliesenfugen nicht natürlichen Ursprungs. Kein Wunder, dass Holzhäuser eine hohe KFW-Förderung erhalten. Neben den urigen Blockbohlenhäusern gibt es auch filigrane, repräsentative Konstruktionen in Holzrahmenbauweise.

Stein auf Stein gemauert: Gebrannter Ton ist ein seit Jahrtausenden beliebter Baustoff.

Ton: ein bewährter Baustoff

Demgegenüber bleibt der Baustoff Ton Favorit für viele Bauherren. Noch werden etwa 58 Prozent der Wohnhäuser aus Poroton und ähnlichen Baustoffen Stein auf Stein gemauert – wie seit tausenden von Jahren. Das aus der Natur entnommene  und schadstofffreie Baumaterial wird heute nicht mehr unter Verbrennung von Schweröl erzeugt. Die Hersteller verwenden zumeist Erdgas, was die Sache jetzt gerade nicht ganz billig macht und eben auch Emissionen verursacht. Anderseits spricht die Langlebigkeit von Häusern aus Ziegelsteinen für Nachhaltigkeit. Und, wie man auf Nachfrage erfährt, beteiligen sich die Hersteller an Ausgleichsmaßnahmen wie der Moor-Renaturierung oder dem Bau von Windkraftanlagen sogar in Indien.

Die Wände mit Exposés von Gebraucht-Immobilien “tapeziert”: Der Immobilienmarkt scheint noch lange nicht leergefegt.

Teure Fehler vermeiden

Wer zehn Fehler beim Immobilienkauf vermeiden möchte, sollte im Prospekt des Maklers Engel&Völkers blättern. Da sind sie aufgezählt. So leer gefegt wie es immer wieder heißt, ist der Immobilienmarkt dann scheinbar doch nicht. An allen Makler-Messeständen sind zahlreiche Objekte ausgestellt. Ist was Billiges dabei? Geschäftsführer Andreas Jakob wirbt für Gebraucht-Immobilien und zeigt auf ein Info-Blatt zu einem Haus mit 103 Quadratmeter Wohnfläche  auf einem 723 Quadratmeter großen Grundstück in Litzendorf. Kostet derzeit 310000 Euro, ist ausbaufähig und das Richtige für jemand, der handwerkliches Geschick mitbringt. Wer stattdessen mehr Kohle hat, kann sich das Traumhaus für 2,4 Millionen Euro anlachen.

Ein neuer Heizöltank gefällig? Kaum zu glauben, aber auch das Heizöl ist nach wie vor gefragt: Da dreht keiner den Gashahn zu und Öl gibt es noch genug.

Öl hat längst nicht ausgedient

Apropos Öl: Wer hätte gedacht, auf einer Immobilienmesse heute einen Stand anzutreffen, von dem aus Öltanks offeriert werden? Das komme daher, dass es zunehmend Hausbesitzer gibt, die nach der  Verknappung des Erdgasangebots wieder auf Heizöl setzen: Selbst wenn es das fossile Mineralöl nicht mehr geben sollte, kann eine Heizung mit e-fuels, also synthetischem Kraftstoff, weiterbetrieben werden, kalkuliert der eine und der andere. Und, so ist zu hören, unter diesem Gesichtspunkt seien sogar für ausgebaute, gebrauchte Heizöltanks noch sehr gute Verkaufserlöse erzielt worden.

Moderne Heizzentralen helfen durch reduzierten Energieverbrauch, Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen.
Abflussrohr oder Kanal verstopft? Das ist ein Fall für den “Kanaligator”. Und der kann sogar löchrige Rohre reparieren, ohne dass aufgegraben werden muss.

 

Der Baustoffhandel hat in unseren Breiten noch eine große Bedeutung.

 

Mit zunehmend starken Niederschlägen hat eine Branche Zulauf bekommen, die sich auf Schadensbehebung spezialisiert hat: Wasserschadensanierung, Landschafts- und Trockenbau.

 

Deutschland ist nicht sicherer geworden: Schutz gegen Einbrecher und Alarmierung bei Polizei und Feuerwehr bieten moderne Sicherungssysteme.

Die fünf sollte man mal nach der Bauherren-Rechtschutzversicherung fragen (gibt’s doch…)

Treppenlifte helfen älteren und körperlich beeinträchtigten Menschen, länger in ihrem Haus zu wohnen. Nebenbei werden Treppenlifte gerne auch als Lastenaufzug genutzt und: Sie werden bei Nicht-mehr-Gebrauch zurückgekauft.

 

Ein begrüntes Flachdach kann in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage die optimale Kombination für eine ökologische Dachlandschaft bedeuten.

 

Direkt vom Hersteller: Fensterfabrikation aus der fränkischen Toskana ist bei vielen Bauherren weit und breit gefragt.

 

Architektur-Fotografie, Aufnahmen für die Immobilien-Werbung. Auch dafür braucht’s den Fachmann.
Und hier zwei Partner der heimischen Wirtschaft, die sich mit Lust und Laune ihren Aufgaben widmen.

 

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