Kaiser Heinrich II. höchstselbst ließ den Ort in seinem Jagdkataster beurkunden

Kleines Ampferbach kam bei der 1000-Jahr-Feier groß heraus

21.05.2023
Ampferbach feierte übers Wochenende 1000-jähriges Bestehen. Nach dem Jubiläumsgottesdienst zogen die Fahnenabordnungen durch den Ort zum Festplatz auf dem Sportgelände.
Foto: Werner Baier
von Werner Baier

Ampferbach. “Alles Gute für weitere 1000 Jahre!” Dieser fromme Wunsch des CSU-Bundestagsabgeordneten Thomas Silberhorn ging im freudig-bierseligen Zelt-Geplapper der Jubiläumsgäste beinahe unter. Er sei aber hier von einem festgehalten, der aus Anlass der 1000-Jahr-Feier Ampferbachs an den Ort gekommen ist, wo seiner Vorfahren Wiege stand: Baier (mit dem vornapoleonischen, altbairischen i) gibt es nicht wenige in Burgebrach, Ampferbach und Umgebung und einer davon ist seit 1969 Lokaljournalist in Franken.

Eine Wiedersehensfeier

Im Kreise der Ortsbürgerschaft und vieler Zeitgenossen, die irgendwie mit dem 1000-jährigen Dorf verbandelt sind, ein so stolzes Jubiläum zu feiern, das darf man sich doch nicht entgehen lassen. Ein paar nahe oder weitläufige Verwandte oder alte Bekannte trifft man dann doch. Und so erklärt es sich, dass die Aufmerksamkeit nach einem opulenten Festgottesdienst in der schmucken Hl.-Kreuz-Kirche (mit 700-jähriger Geschichte) defizitär war, als man sich im Festzelt zu einem kleinen Kommers zusammensetzte. Im verführerischen Bratenduft, der von einem Ochs am Spieß ausging und angesichts schäumender Krüge voll des bekömmlichen Bieres aus der Dorfbrauerei, von der “Musikkapelle Ebrachtaler Heimatklänge Ampferbach” freudig gestimmt, hätten die Festgäste kein Ohr gehabt für eine langatmige historische Exkursion durch 1000 Jahre Geschichte ihres Heimatorts.

Festschmaus im Festzelt: Mit einer Portion Ochs vom Spieß oder anderen Leckereien tafelten die Ampferbacher und ihre Gäste nach Herzenslust. “Gschniedna Hosn” gab es auch.

Dynamisches Vereinsleben

So begnügte sich Burgebrachs Zweiter Bürgermeister Peter Pfohlmann, auch ein Ampferbacher, mit der Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung seines Heimatortes – in einem Zug mit Burgebrach – in einer von Kaiser Heinrich II. am 2. September 1023 gefertigten Urkunde über das Jagdrecht in einem weiten Bogen Unterfrankens. Burgebrach, direkt an der Bundesstraße zwischen Bamberg und Würzburg gelegen,  hat sich unterdessen natürlich weitaus stärker – und dank seiner tüchtigen Kommunalpolitiker in den letzten Jahrzehnten – sogar vorbildlich entwickelt: eine steuerkräftige Vorzeigekommune im Landkreis Bamberg. Aber auch in Ampferbach lässt es sich sehr gut leben, was – wie Pfohlmann herausstellte – zu einem Gutteil auf ein dynamisches Vereinsleben zurückzuführen ist. Viele Ehrenamtliche aus den Vereinen stellten sich denn auch in den Dienst einer rauschenden Jubiläumsfeier auf der gepflegten Sport- und Freizeitanlage an der munter sprudelnden Rauhen Ebrach. Dort übrigens begann vor ein paar Jahrzehnten die Fußballer-Karriere eines gewissen Johann Kalb. Der heutige Bamberger Landrat aus Buttenheim erinnert sich noch an den 3:1-Sieg über die Gastgeber bei seinem ersten Liga-Einsatz. Klar, dass Kalb am Sonntag den Ampferbachern wenigstens beim Gottesdienst die Ehre gab, um sich allerdings alsbald zu einem anderen Fest auf den Weg zu machen.

Der in Ampferbach beheimatete Zweite Bürgermeister Peter Pfohlmann (rechts) freute sich, dass zur 1000-Jahr-Feier auch MdB Thomas Silberhorn, Landrat Johann Kalb und Bürgermeister Johannes Maciejonczyk (v. l.) gekommen waren.

Vorbildliche Dorfgemeinschaft

Die Grüße des Landrats übermittelte dann dessen Stellvertreter, Burgebrachs Bürgermeister Johannes Maciejonczyk. Der war offensichtlich als Schirmherr mit Petrus im Bunde, denn er bescherte der 1000-Jahr-Feier des Burgebracher Ortsteils ideales Maiwetter: ein Grund mehr, Ampferbach zu gratulieren. Maciejonczyk wünscht sich für die bevorstehende Jubiläumsfeier Burgebrachs ebensolches Kaiserwetter. Wo Heinrich II. mit seinem Namenszeichen schon den Grund geliefert hat, dass 1000 Jahre nach der Regelung des Jagdrechts in seinem Beritt mit Fug und Recht gejubelt werden kann. Auch der Bürgermeister würdigte die vorbildliche Dorfgemeinschaft Ampferbachs und seines Nachbarn Dietendorf. Die gegenseitige Hilfsbereitschaft beschwor außerdem der Hirschaider Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn: “Anpacken und zusammenhalten!” gab der CSU-Politiker als Parole für die nächsten 1000 Jahre aus.

Logo 1000 Jahre Ampferbach: Der Bürgermeister hat dieses Motiv als hölzerne Plastik in Auftrag gegeben.

Zünftig gefeiert

Zur Erinnerung daran, dass anno 2023 die 1000-Jahr-Feier Ampferbachs begangen worden ist, lässt Bürgermeister und Schirmherr  Maciejonczyk von einer Künstlerin eine hölzerne Plastik nach dem Jubiläums-Emblem gestalten: Auf dass man sich mindestens noch Jahrzehnte lang an das mit Schlachtfest, Mittelaltermarkt und Partynacht, Festgottesdienst, Kirchenparade und Festkommers ausgestaltete Jubiläum erinnern möge. (Weitere Erinnerungsfotos von einem, der Wurzeln in Ampferbach hat, in der folgenden Bildergalerie).

 

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