Stromausfall: Stadt erklärt, wie man sich vorbereiten soll

Ein totaler Blackout ist selbst in der Energiekrise unwahrscheinlich

17.01.2023
Bei einem länger anhaltenden und flächendeckenden Stromausfall in Bamberg würden Anlaufstellen bei den Feuerwehren eingerichtet, so auch am Standort Gaustadt-Michaelsberg.
Foto: Stadtarchiv / Sonja Seufferth
von StPr/red

Bamberg. Die Gefahr eines kompletten Stromausfalls (Blackout) in Deutschland ist aktuell eher gering. Kürzere, regionale Stromausfälle sind allerdings nicht auszuschließen. „Umso wichtiger ist es,  für diese Situationen vorbereitet zu sein und zu wissen, was zu tun ist“, erklärt Oberbürgermeister Andreas Starke.

Die Stadt Bamberg hat dazu frühzeitig eine Arbeitsgruppe „Energiekrise“ eingerichtet, um gemeinsam mit den Stadtwerken und den Rettungsorganisationen handlungsfähig zu sein. „Wir bitten auch die Bürgerinnen und Bürger, sich auf Ereignisse wie Stromausfälle vorzubereiten und sich einen kleinen Vorrat der wichtigsten Dinge des täglichen Bedarfs anzulegen“, so Starke. Wichtige Informationen liefert dazu der Notfall-Flyer der Stadt Bamberg, der in den nächsten Tagen an sämtliche Haushalte in Bamberg verteilt wird.

Wasserversorgung gesichert

Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Michael Fiedeldey erklärt dazu: „Die Wahrscheinlichkeit eines unkontrollierten flächendeckenden und langanhaltenden Stromausfalls ist derzeit gering.“ Kommt es aber zu plötzlichen Unterbrechungen bei der Stromversorgung, dann betrifft es meist ein räumlich sehr kleines Gebiet und die Ursache kann sehr schnell behoben werden. Auf größere Störungen sind die Stadtwerke mit Notfallplänen vorbereitet. Diese sehen bei überregionalen Netzproblemen das kaskadenartige Abschalten einzelner Stadtteile für wenige Stunden vor. So könne die Last im Netz besser verteilt und eine Überspannung vermieden werden, erklärt Dr. Fiedeldey, der bei der Wasserversorgung Entwarnung gibt: „Diese ist in Bamberg unabhängig vom Strom jederzeit gesichert“, so der Chef der Stadtwerke.

Kein Licht, kein Internet

„Es ist wichtig, auch die Kommunikation mit der Bürgerschaft sicherzustellen, wenn Telefon, Internet und TV nicht mehr funktionieren. Unser Notfall-Flyer enthält die wichtigsten Informationen, mit Hilfe derer sich Bürgerinnen und Bürger vorbereiten können“, erklärt Oberbürgermeister Andreas Starke. Der Notfall-Flyer wird nun an alle Haushalte in Bamberg verteilt. Außerdem liegen Exemplare in den Rathäusern am ZOB und am Maxplatz sowie bei den Stadtwerken auch in englischer Sprache aus. Der Flyer kann auch im Internet unter www.stadt.bamberg.de/notfall in den kommenden Tagen in weiteren Sprachen heruntergeladen werden.

Lebensmittel, Medikamente, Taschenlampe 

Der Notfall-Flyer zeigt auf, was Bürgerinnen und Bürger auf jeden Fall zu Hause haben sollten: neben einem Vorrat an Lebensmitteln und Medikamenten, auch eine Taschenlampe, ein batteriebetriebenes UKW-Radio und Kerzen. Eine entsprechende Checkliste findet sich ebenso im Notfall-Flyer wie auch Informationen zu Verhaltensweisen und Kommunikationswegen bei einem Stromausfall.

Radio mit Batterie oder Kurbel!

Bei einem längeren Stromausfall ist der analoge Rundfunk, der weiterhin senden kann, die wichtigste Informationsquelle. Ein Radio mit Batterie- oder Kurbelbetrieb sollte daher in jedem Haushalt vorhanden sein. Bei besonderen Vorkommnissen sollen die Bürgerinnen und Bürger zusätzlich mittels mobiler Lautsprecherdurchsagen der Polizei und Feuerwehr informiert werden. Außerdem richtet die Stadt dann Anlaufstellen im Rathaus am Maxplatz und bei den Löschgruppen der Feuerwehr ein. Die genauen Adressen finden sich im Notfall-Flyer (siehe auch Infokasten).

Bürgertelefon und Notfall-Homepage

„Die Stadt bereitet sich auf die Notfallversorgung gut vor“, betont Sicherheitsreferent Christian Hinterstein. Wichtige Einrichtungen wie das Klinikum Bamberg werden auch bei einem größeren Stromausfall mittels Notstromaggregat weiter versorgt. Zweiter Bürgermeister und Sozialreferent Jonas Glüsenkamp bittet darum, dass Bürgerinnen und Bürger sich auch „um Nachbarinnen und Nachbarn kümmern, die möglicherweise Hilfe benötigen“, so Glüsenkamp. Der Zweite Bürgermeister betont: „Wer Fragen im Zusammenhang mit dem Notfall-Flyer hat, kann sich gerne an uns wenden. Wir schalten dazu in den kommenden Wochen ein Bürgertelefon.“

Das Bürgertelefon unter 0951/87-2525 ist ab 18. Januar 2023 montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr besetzt. Die häufigsten Fragen werden ebenso auf www.stadt.bamberg.de/notfall beantwortet. Dort findet sich unter anderem auch eine Karte mit den Adressen der Anlaufstationen im Katastrophenfall.

Anlaufstellen bei Stromausfall

Die Stadt Bamberg errichtet im Fall eines längeren andauernden und flächendeckenden Stromausfalls Anlaufstellen unter anderem bei den Feuerwehrgerätehäusern der Löschgruppen (Leuchttürme). Dort können Sie Gefahren melden und aktuelle Informationen erhalten. Achten Sie auf Radio-Durchsagen! zZu beachten: es findet dort keine Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten, etc. statt! Die Anlaufstellen sind bei den jeweiligen Feuerwehren in der Neuerbstraße 5a; Rotensteinstraße 11; Ständige Wache: Margaretendamm 40;Pfeuferstraße 18, Heinrich-Semlinger-Straße 11; Paradiesweg 3; Wildensorger Hauptstraße 39; Bug: Angerstraße 11; außerdem am Casino am Föhrenhain – Föhrenstraße 6 und im Rathaus Maxplatz  – Maximiliansplatz 3.

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